
Mein Name ist Michael Boden. Ich wurde an einem Samstag, den 06.11.1965 um 12.03 Uhr in Potsdam geboren. Die ersten Jahre meiner Kindheit habe ich an einem schönen See in Potsdam gelebt, dort wo heute die Jauchs und Joobs dieses Landes ihre Villen haben. Ich war fünf, als wir in einen Stadtteil von Potsdam zogen, der Bornstedt heißt und eher ländlichen Charakter hatte. Dort arbeitete meine Mutter als Lehrerin und wir bewohnten eine Dienstwohnung in der Schule. Als ich 1972 eingeschult wurde, hatte ich also den kürzesten Schulweg von allen. Ich blieb in der Karl Foerster Oberschule bis zur achten Klasse. In diesen acht Jahren trainierte ich zweimal in der Woche als Schwimmer beim Deutschen Turn- und Sportbund (DTSB). Dann delegierte man mich an die Erweiterte Oberschule, an das heutige Helmholz Gymnasium.
Etwa zu dieser Zeit, begann ich auch Gitarre zu spielen. Mein erstes Instrument bekam ich von meinem Vater geschenkt, der selber Schlagzeuger in einer Amateurband war. Meine erste Band gründete ich mit einem Klassenkameraden, mit dem ich noch heute zusammen Musik mache: Michael Simon. Unsere erste namenlose Band existierte jedoch nicht lange. Wir waren zu schlecht. Ich hatte dann Gitarrenunterricht bei verschiedenen Lehrern. Im Jahr 1985 bestand ich an der Musikschule in Potsdam eine Sonderstufenprüfung im Fach Gitarre mit der Note "gut".
Mein Abitur habe ich 1984 abgelegt. Besonders schlecht war ich in Russisch. Nach dem Abi hatte ich noch keinen Studienplatz in der Tasche. Also ging ich erst einmal zur DEFA, dem größten DDR Filmstudio mit Sitz in Potsdam-Babelsberg. Dort arbeitete ich zwei Jahre als Aufnahmeleiter. Mein erster Film war "Der Haifischfütterer", ein zu Recht vergessenes Werk ostdeutscher Kinogeschichte. Ich arbeitete auch bei"Ernst Thälmann", "Der Schwur von Rabenhorst" und "Altes Herz geht auf die Reise". Außer beim letzten Film, bin ich in allen Filmen in kleinen Rollen zu sehen. So konnte ich mir zum spärlichen Gehalt eine Kleinigkeit hinzu verdienen. Meine Hoffnung, zu einem Studium an der Filmhochschule delegiert zu werden, erfüllte sich leider nicht. Mit der Einberufung zur NVA endete dieses Kapitel.
Im Herbst 1984 wurde meine Tochter Valeria geboren. Sie hat bessere Noten als ich.
Ich war von Herbst 1986 bis Frühjahr 1988 in der Nähe von Potsdam stationiert und verbrachte viel Zeit in einer Singegruppe, die am Tage Kampflieder für die Soldaten und abends Tanzmusik für die Offiziere spielte. Die Sturmbahn sah ich nur in der Grundausbildung. Nach dieser Zeit fing ich als kulturpolitischer Mitarbeiter bei den staatlichen Kulturhäusern in Potsdam an. Heute würde man es Eventmanager nennen. Ich hatte nach einer erfolgreichen Bewerbung die Zulassung für ein Fachschulstudium in der Tasche, welches 1990 beginnen sollte. Mit der Wende 1989 verschwand auch dieser Studiengang. Meine Arbeitsstelle war nun eine Stelle im öffentlichen Dienst der Stadt Potsdam geworden. Ich habe dann meine Abiturunterlagen zusammengesucht und mich im Herbst 1991 an der neu gegründeten Universität Potsdam als Student eingeschrieben und dort bis 1996 Germanistik und Soziologie studiert.
Viel entscheidender für mein Leben war jedoch der Umstand, dass ich mit meinen Freunden aus der Schulzeit immer weiter Musik gemacht hatte. Mit der Band Bodenski Beat hatten wir schon eine Reihe eigener deutsche Songs geschrieben und es in vielen Konzerte zu lokaler Bekanntheit gebracht. Wir begannen 1990, an einem Projekt namens Subway To Sally zu arbeiten. Seit 1992 waren wir regelmäßig mit der Band unterwegs. Schon 1993 erfolgten die Aufnahmen zu einer ersten CD. Die Anzahl der Auftritte wuchs ständig und 1996 erschien unser drittes Album bei einem Major-Label. Unser Hobby war zum Beruf geworden. In den Jahren nach 1996 folgten unzählige Auftritte. Die Band hat inzwischen 9 Studioalben veröffentlicht. Ich schreibe seit 1995 deutsche Texte für Subway To Sally.
In den Jahren 2000 und 2001 habe ich mehrere Theatermusiken für das Hans Otto Theater Potsdam komponiert. Bei den Stücken "Clockwork Orange" und "Disco Pigs" stand ich dabei unter der Regie von Alexander Hawemann auch selbst auf der Bühne.
Mein letzter Umzug in eine neue Wohnung fand im Jahr 2003 statt. Es war der 10. seit ich von zu Hause fort ging.
Im Frühjahr 2004 nahm ich als einer von 10 Textern, die aus hunderten von Bewerbern ausgewählt wurden, an einem Förderseminar der GEMA-Stiftung in Celle teil.
Ich habe 2005 mit Jeanette Eichelbaum den Michael Boden Verlag gegründet, um einen ersten Gedichtband von mir zu veröffentlichen. Er trägt den Titel "inniglich". Am 06.06.2006 heirateten Jeanette und ich und nun trägt sie meinen Namen.
Der Egmont Ehapa Verlag veröffentlichte zur Leipziger Buchmesse 2008 unter dem Titel "Subway to Sally Story Book" eine Antologie, die 19 deutsche Comic- (besonders Manga) Zeichner in einem Band vereint, die eine Reihe meiner Texte auf außergewöhnliche und abwechslungsreiche Art visualisierten.
Bodenski